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Eine Meldung der Friseurinnung Düsseldorf sorgte in den letzten 48 Stunden für große Aufregung, sogar für Entsetzen in der Friseurbranche.



Die Meldung berichtete über einen dreiwöchigen Vollzeitlehrgang, um im Rahmen eines Gleichwertigkeitsfeststellungsverfahrens Friseure aus Nicht- EU- Staaten in das Friseurhandwerk zu integrieren.

Dieses sorgte für Unverständnis und Zorn, wobei sich die Kritik im Wesentlichen an folgenden Punkten orientierte:

a) Warum müssen wir Deutsche eine Meisterprüfung ablegen und Andere nicht?
In anderen Ländern gibt es teilweise andere Zulassungsvoraussetzungen als den Meisterbrief. Deutschland ist gesetzlich verpflichtet festzustellen, ob diese vergleichbar sind.  

Dieses erfolgt mittels Überprüfung, inwieweit die Inhalte der Aus - und Weiterbildung eines Antragstellers sich überschneiden mit den deutschen Zulassungsbedingungen (z. B. mit dem Meisterbrief). Im Handwerk geschieht das durch die Handwerkskammern, bei den Medizinern durch die Ärztekammer usw.

b) Warum werden immer mehr Betriebe mit diesen Ausnahmegenehmigungen eröffnet?

Eine Ursache ist die Globalisierung. Deutschland erlebt immer mehr Zuwanderung. Menschen, die seit Jahren in ihrem Heimatland in einem Beruf selbständig waren, sehen darin eine Chance hier ihren Lebensunterhalt zu verdienen.
Außerdem steigt die Anzahl derer, die sich mit einem Teilbereich eines Berufes (bei den Friseuren z. B. Hochsteckfrisuren, Haarverlängerung, Keratinglättung oder andere) selbständig machen wollen. Die Gesetze hierfür gibt es schon lange. Die Anzahl der Anträge nimmt zu.

Die bundesweite Zunahme der „Männersalons“ in den letzten Jahren war die Folge dieser Regelung und wurde 2018 durch ein Urteil des OVG – übrigens ebenfalls aus Düsseldorf - sehr zur Freude der Friseurbranche gestoppt. 
Jetzt konzentrieren sich die Anträge auf das Gleichwertigkeitsfeststellungsverfahren

c) Was ist eigentlich ein Gleichwertigkeitsfeststellungsverfahren
(im Gegensatz zur Ausnahmegenehmigung)?

Die in ganz Deutschland, in allen Gewerken und Berufsgruppen praktizierte Eingliederung für Bewerber aus Nicht – EU - Staaten (dem EU Recht folgend), erfolgt im Rahmen eines Gleichwertigkeitsfeststellungverfahrens. Während Anträge zur Ausnahmegenehmigung in Teilbereichen von Jedermann (auch ungelernt) gestellt werden können, ist hier der Nachweis von Berufspraxis und erfolgten Prüfungen verpflichtend. 

Der Antragsteller legt der für ihn zuständigen ( Handwerks-) Kammer seine Zeugnisse, Teilnahmebestätigungen an Fortbildungen und andere Dokumente vor, die mit seiner Berufsqualifikation zu tun haben.
Die Handwerkskammer prüft, welche Bestandteile dieser Qualifikation mit unserer übereinstimmen. Diese bekommt der Antragsteller anerkannt.
Alle Teile des Berufsbildes deren Kenntnis nicht durch Zeugnisse o.a. nachgewiesen werden können, werden überprüft. 

 

 

 

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