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Düsseldorf war am 2. Januar Wochenende Mittelpunkt des deutschen Friseurhandwerks.

 

96 Obermeister aus ganz Deutschland, sowie die Spitzen der Berufsverbände hatten sich hier getroffen, um die Lage dieses Handwerks zu diskutieren.

Unbestritten, dass hier Änderungen und Verbesserungen dringend notwendig sind. Die Friseure unterliegen derzeit einem harten Verdrängungswettbewerb. Der Markt ist übersättigt. Der Kampf um Kunden wird massiv über den Preis geführt, der Billigere gewinnt. Damit lassen sich allerdings keine höheren Löhne finanzieren, welche die Branche, aufgrund der Personalsituation, dringend braucht.

Die Zahl der Auszubildenden ist um 50 % geschrumpft was aber nicht, wie oft vermutet, an der schlechten Ausbildungsbeihilfe liegt. Azubis erhalten in NRW im ersten Lehrjahr 770 €, das ist aber für viele Betriebe aufgrund der Einnahmesituation nicht mehr finanzierbar. Immer weniger Betriebe bilden aus.

Ein weiteres Dilemma sind die ausgeuferten Ausnahmebewilligungen, die vielfach missbraucht, aber kaum kontrolliert werden. In zahlreichen Barbershops und ähnlichen Unternehmen werden Haare geschnitten und gefärbt, Behandlungen auch ohne vorliegende Qualifikation durchgeführt. Diese Betreiber haben hier zu keinerlei Genehmigung, werden aber kaum kontrolliert.

Der oft gehörte Vorwurf: Innungen, Kammern und Verbände tun hier zu wenig, wurde gleich mehrfach wiederlegt.  Personal- und Nachwuchsmangel, Schwarzarbeit, Ausnahmebewilligungen, Barbershops, steuerbefreite 22.000 Euro-Salons, die Probleme sind immens und stürmen auf die Innungen ein. Allerdings sind nur noch 25% der Friseurunternehmen Innungsmitglied (Düsseldorf) so Kammerpräsident Dr. Axel Fuhrmann. Es sind die Friseure selbst, die (meist aus Kostengründen) aus dem Innungsverband austreten und damit die Handlungsfähigkeit der Verbände gegenüber Politik und Verwaltung schwächen.

Die zwingend vorgeschriebene Umsetzung von EU-Rechten und Gesetzen wiederum ist für Innungen und Handwerkskammern ein schwieriges Unterfangen. Missbrauch der Bewilligungen ist häufig, aber es fehlt die Unterstützung der Basis ebenso wie Kontrollen und neue rechtliche Möglichkeiten.  Schritte in eine richtige Richtung werden ebenso boykottiert.  Ehrenamtler investieren neben ihrer hauptberuflichen Tätigkeit auch Wissen und Freizeit, werden aber nicht selten von der eigenen Basis diskreditiert und angegriffen, schreibt das Friseurmagazin FMFM.de

Die Obermeisterin der Friseurinnung Düsseldorf, Monika Schmitter, machte in ihrem Vortrag deutlich, mit welchen Mitteln die Friseurinnung gegen Missstände und schwarze Schafe vorgeht und dieses auch forcieren wird.

Weitere interessante Vorträge von CDU-Politiker Wolfgang Bosbach, Joachim M. Weckel - ZV Justitiar, Robert Fuhs - Vorsitzender des Berufsbildungs-Ausschusses, Jan Kopatz - ZV Vorstand machten deutlich: es muss und wird sich einiges ändern.

Fakt: für viele Friseurunternehmer/innen selbst ist die derzeitige Situation katastrophal. Der Verdrängungswettbewerb tobt, die Friseurdienstleistung verzeichnet die niedrigsten Gewinnsätze im Handwerk, Branchenexperten gehen davon aus, dass ein Großteil der Betriebe aufgeben muss.

 

 

 

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